Die Situation vor Ort

Rügen ist eines der beliebtesten Ferienziele

1.500 Katholiken leben auf Rügen - eine verschwindend geringe Minderheit von zwei Prozent unter mehr als 70.000 Einwohnern. In dieser extremen Diaspora-Situation kommt der katholischen Inselkirche eine ganz besondere Bedeutung zu. In der Hauptsaison erhöht sich die Zahl der Gottesdienstbesucher in der nördlichsten Pfarrgemeinde des Erzbistums Berlin regelmäßig um das Zehn- bis Zwanzigfache! Dann ist Stella Maris, der „Stern des Meeres“, viel zu klein, um alle Gottesdienstbesucher zu fassen. Auf dem Vorplatz des schlichten, weißen Flachbaus stehen Bänke und Stühle. Über eine Funkanlage wird die Eucharistiefeier ins Freie übertragen. „Dass gerade die Einheimischen bei großer Hitze oder strömendem Regen vor ihrer eigenen Kirche stehen müssen, ist schlimm“, betont Inselpfarrer Franke. Gemeinsam mit Diakon Hans-Joachim Seyer steht der 34-jährige Geistliche Sonntag für Sonntag vor einer riesigen Herausforderung – denn die Gottesdienstangebote sind auch der Kern der Urlauber- und Touristenseelsorge.

Mit Hilfe des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken soll der seit Jahren geplante Erweiterungsbau der Kapelle nun endlich Wirklichkeit werden und den dringend benötigten Raum schaffen. „Ab Ostern heißt es für uns draußen stehen“, sagt der Rügener Erich Steinert. Deshalb freut sich der 69-Jährige wie viele seiner Mitchristen ganz besonders auf den Anbau, "schließlich will ich bei der Messe den Pfarrer sehen".


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