St. Bonifatius - Bergen

Die Chronik der Bergener Kirche


Der Stralsunder Pfarrer Wendelin Zink berichtet in seinen Tagebuchaufzeichnungen Anfang des 19. Jahrhunderts von einigen seelsorglichen Reisen auf Rügen und Gottesdiensten in Privathäusern bei ansässigen Katholiken. 1863 kam es am äußersten Rande der Stadt Bergen zum Bau eines Missionshauses mit einer am 8. September 1863 eingeweihten Kapelle - umgebaut aus einem Gartenhaus und mit einem Anbau versehen. Im Oktober 1864 wurde dann offiziell durch den preußischen Staat die Errichtung einer "Missionspfarrei" St. Bonifatius genehmigt und Gustav Machni (bis 1869) als erster katholischer Pfarrer auf Rügen seit der Reformation angestellt. Bald konnte ein Pfarrhaus erbaut werden. Und von 1867-78 gab es sogar eine katholische Schule. Auf der gesamten Insel zählte man 1871 ca. 200 Katholiken.


Die Erhebung zur selbständigen Pfarrei erfolgte am 1. Juli 1910. Die ursprüngliche Kapelle reichte inzwischen nicht mehr aus: Die Chronik berichtet, dass in den Bänken mit sechs Plätzen 12 Personen untergebracht wurden, indem die eine Hälfte saß, während die andere Hälfte kniete! Eine neue Kirche musste also gebaut werden. In ganz Deutschland erbettelte Pfarrer Maximilian Kaller die dafür notwendigen Gelder. Der Berliner Architekt August Kaufhold entwarf einen neogotischen Backsteinbau mit einer Empore am nördlichen Querschiff, wodurch der Eindruck eines großen Kirchenraumes entstand. Das Konzept ließ eine etwaige Vergrößerung der Kirche problemlos zu. Dabei wäre in westlicher Richtung ein neues Langhaus entstanden und das jetzige Langhaus zum Querhaus geworden. Der Chor wäre übrigens erst dann nach Osten ausgerichtet.


Am 9. Juni 1912 konnte die neue Pfarrkirche benediziert werden. Ein Dachreiter mit Kreuz und Glocke krönt das erbaute Gotteshaus. Zu den Gottesdienstteilnehmern gehörten vor allem die zahlreichen polnischen Landarbeiter, mit denen Maximilian Kaller in Garz eine weitere Kirche errichtete.


Anschrift Kirche Bergen: Clementstraße 1 (Nähe Telekomturm)


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