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Geschichte

Unsere Kirche in Garz...

Als der Bergener Pfarrer Maximilian Kaller 1911 bei den staatlichen Stellen den Antrag auf einen Kirchbau in Garz einreichte, rechnete er mit 500 Gottesdienstbesuchern sonntags: Es waren vor allem die polnischen Schnitter, die zu Tausenden auf Rügen arbeiteten und durch ihre Spenden den Bau nicht unwesentlich mitfinanzierten. Bereits seit 1906 hatten sie Gelegenheit, in Garz die in einem Gasthaus stattfindenden Gottesdienste zu halten. Die neue - vom Architekten August Kaufhold entworfene - Herz-Jesu-Kirche konnte dann am 1. Juni 1913 benediziert werden. Wie die St.-Bonifatius-Kirche war auch sie für eine etwaige Vergrößerung ausgelegt.

Es ist eine einschiffige neugotische Kirche mit einem kleinen Turm, für den ursprünglich ein spitzer Giebelhelm geplant war. Während des 1. Weltkrieges durften die Schnitter aus Sicherheitsgründen die Insel nicht verlassen, auch kirchliche Trauungen und andere Amtshandlungen waren ihnen verboten. Für Pfarrer Kaller war dies eine besondere seelsorgliche Herausforderung, da er sie dennoch in der Garzer Kirche traute und dafür immer wieder Geldstrafen zu zahlen hatte. Nach dem 2. Weltkrieg waren vor allem Schlesier und Sudetendeutsche als Vertriebene in den Südwesten Rügens gekommen. Für sie wurde im Herbst 1946 der aus Ostpreußen ausgewiesene Ordenspriester Johannes Palmowski (Pfarrer 1946-50) als eigener Geistlicher angestellt, der Wohnung bei einer katholischen Familie nahm.

Anfangs gehörte die Lokalie zur neugegründeten Binzer Gemeinde. Schon 1949 wurde Garz seelsorglich selbständige Kuratie und zählte Mitte der 50-iger Jahre 1300 Katholiken. 1963 folgte die vermögensrechtliche Selbständigkeit. 1951 war ein kleiner Gemeindesaal entstanden, 1964 kam es endlich zur Errichtung eines Pfarrhauses. Gegenüber der Kirche lag der Bahnhof der Rügenschen Kleinbahn, was früher den Schnittern den Kirchbesuch erleichterte und sich als günstig erwies, als die Gemeinde 1954 eine nicht mehr benötigte Glocke von der Pfarrei Berlin-Grunewald geschenkt bekam.

Unter Gerhard Kuhn (Pfarrer 1956-65) kam es zur Umgestaltung des Altarraumes. Drei Fenster wurden zugemauert und 1960 ein neuer Sandstein-Altar errichtet. Oskar Reihs (Pfarrer 1965-73) ließ dann zum Christkönigsfest 1971 ein lebensgroßes romanisches Kruzifix aufstellen, dessen Wund male aus Bernstein gestaltet sind. Der Tabernakel fand links vom Altarraum seinen Platz.

Seit 1982 ist in Garz kein Pfarrer mehr am Ort. Zum 1. Januar 1995 schließlich wurde die Gemeinde mit zuletzt etwa 300 Katholiken aufgelöst und mit der Pfarrei Bergen wiedervereinigt.